Artikelbild: Gelbes Juteseil um Doppelpoller gewickelt

Das Verlieren von essentiellen Mitarbeitern kann einen erheblichen Unterschied für Leistung und Produktivität eines Unternehmens bedeuten. Fluktuationskosten und Wissensverlust sind nur die offensichtlichsten Folgen, die beim Verlieren von Fachkräften entstehen können. Kontinuierliches Employee Engagement zu gewährleisten ist jedoch keine leichte Aufgabe. Die Mitarbeiterbindung zu stärken, verlangt Aufmerksamkeit und Anstrengung von Seiten der Geschäftsführung und des mittleren Managements. Doch welche Schritte können helfen, das Engagement und die damit einhergehende Arbeitsmoral aufrechtzuhalten? Was sind die wichtigsten Faktoren und wie ist es möglich, diese zu überschauen?

 

Was sind die wichtigsten Faktoren für das Engagement Ihrer Mitarbeiter?

 

Work-Life-Balance gewährleisten

Eine gesunde Work-Life-Balance kann Mitarbeitern helfen, ihre Batterien wieder aufzuladen. Arbeitgeber können darauf achten, dass gerade Angestellte im digitalen Bereich die nötigen Auszeiten nehmen, um Abstand zum Arbeitsplatz zu gewinnen. Die Arbeitslast sollte nicht größer sein, als in der gegebenen Zeit zu bewerkstelligen ist. Besonders problematisch wird es, wenn Arbeit in die Freizeit bzw. mit nach Hause getragen wird, um dem Arbeitsumfang überhaupt gerecht werden zu können.

Auch sollten Mitarbeiter nicht außerhalb ihrer Arbeitszeiten kontaktiert werden, oder gezwungen sein auf Nachrichten aus dem Arbeitsumfeld zu reagieren. Nur in absoluten Notfällen sollte die Freizeit gestört werden. Auch Urlaub, Auszeiten und Krankheitsausfälle sollten ohne schlechtes Gewissen genommen werden. Arbeitslast kann nach Auszeiten nicht auf die Abwesenden zurückfallen und damit die Pause zunichte machen. Gleichzeitig dürfen die Kollegen während diesen Auszeiten durch das Übernehmen zusätzlicher Aufgaben nicht überlastet werden.

Es kann nicht erwartet werden, dass die Arbeitslast bei Ausfällen weiter getragen wird, ist dies kaum zu bewältigen, wenn alle Angestellten anwesend sind. Die nötigen Arbeitsplätze müssen gefüllt und ein gutes Zeitmanagement auf allen Ebenen gefördert werden. Es bleibt die Frage der Prioritäten in einer Unternehmenskultur: Steht Qualität der Arbeit des Einzelnen über deren Quantität, wird der Ausfall eines freien Mitarbeiters zwar nicht zwangsläufig weniger Auswirkung haben, doch wird anders mit dessen Abwesenheit umgegangen.

 

Wertschätzung für Ihre Mitarbeiter

Mitarbeitern für ihren Einsatz die entsprechende Anerkennung zukommen zu lassen, hilft ebenfalls das Employee Engagement zu bessern. Auf gute Arbeit aufmerksam zu machen bringt ein Gefühl der Wertschätzung. Hier muss es nicht um weltbewegende Thematiken gehen. Ehrliches Lob für kleine oder allgemeine Aufgaben zu verteilen, kann dem Einzelnen oder auch der Gruppe zeigen, dass ihre Leistung gesehen wird. Zudem wird Angestellten aufgezeigt, wie diese ihren Arbeitsablauf verbessern können. Am Lob knausern sollte natürlich keiner der Mitarbeiter, doch das gilt vermehrt für Vorgesetzte. Wertschätzung ist ein menschliches Grundbedürfnis. Auf dieses einzugehen hilft eine positive Arbeitsmoral aufzubauen und die Stimmung zu verbessern.

 

Mitbestimmung im Unternehmen

Mitbestimmung im Unternehmen – selbst wenn es nur um kleine Entscheidungen geht – hilft, Mitarbeitern ein Gefühl von Selbstbestimmung zu vermitteln. Um dies zu gewährleisten, muss sowohl für das Management als auch für den Personalbereich klar sein, welche Veränderungen die eigenen Mitarbeiter beeinflussen. Worauf legen Ihre Angestellten überhaupt Wert? Bei welchen Themen ist eine Mitbestimmung von Seiten der Mitarbeiter möglich und erwünscht? Durch eine kontinuierliche Einbindung werden eben diese Faktoren offensichtlich. Gleichzeitig muss klargestellt werden, in wie fern Wünsche und Entscheidungsmitsprache überhaupt umgesetzt werden können. Es bleibt zu vermeiden unerfüllte Erwartungen zu wecken oder ein Gefühl der Gleichgültigkeit aufkommen zu lassen.

 

Umgang mit den Vorgesetzten

Oft genug ist es die vertrauensvolle Beziehung zu einem Vorgesetzten, die zu einem verstärkten Gefühl der Wertschätzung führen kann. Fühlen Angestellte sich verstanden, werden mögliche Probleme schneller gegenüber diesen Vorgesetzten angesprochen. Mit den Mitarbeitern zu interagieren und in Gesprächen Bezug zu nehmen hilft, die Beziehung zu den Angestellten zu verbessern. Lob und Feedback sollten nicht genutzt werden, um zu manipulieren oder unterschwellig zu kritisieren. Konstruktive Kritik sollte offen gegeben und Probleme gemeinsam angegangen werden. Private Umstände und Beweggründe können so beachtet und wenn möglich einbezogen werden. Fehlendes Vertrauen zu Vorgesetzten kann auch durch das Gefühl einer unfairen Behandlung entstehen. Hier stellt ein faires Gehalt nur einen Startpunkt dar. Bevorzugung einzelner Mitarbeiter in einer gleichgestellten Abteilung muss vermieden werden.

 

Karrierechancen und Weiterbildung

Viele Mitarbeiter arbeiten mit Blick auf ihre Zukunft und die mögliche Karriereentwicklung. Eine Unternehmensstruktur mit mehrfachen Aufstiegsmöglichkeiten kann Angestellte dazu anspornen, ihre Leistung zu optimieren. Im gleichen Maße kann es jedoch auch ungesunden Ehrgeiz wecken, der hinderlich für die Arbeitsatmosphäre wird. Da es nicht für alle Mitarbeiter möglich ist aufzusteigen — die Anzahl an Führungspositionen ist zumeist begrenzt — sollte diese Aussicht nicht das einzige Augenmerk bleiben. Eine Möglichkeit für persönliche Weiterbildung, Erweiterung der ausgefüllten Rolle und das Anvertrauen von Verantwortung können auch ohne Beförderungen helfen, persönliches Wachstum zu fördern. Karriere und Karriereentwicklung bedeutet für jeden Mitarbeiter etwas anderes, daher sind aufschlussreiche Gespräche zum Thema Karrierechancen wichtig, um diese zutage zu fördern. In welche Richtung möchte der Mitarbeiter sich gerne entwickeln? Wie kann dies ermöglicht bzw. unterstützt werden? Motivation und erarbeitete Kompetenz sollten gefördert und belohnt werden.

 

Zukunftsperspektiven bieten

Entscheidungen für einen Wechsel im Arbeitsbereich rühren oft von einem Wunsch der persönlichen Weiterentwicklung her. Gibt ein Arbeitgeber Gelegenheit der privaten Interessenförderung — immerhin an den Stellen, an denen sich diese mit den Arbeitsaufgaben überschneiden — wächst die Motivation. Ein Kündigungsgrund kann auch eine geringe Kompatibilität des eigenen Lebensstils mit den Erwartungen des Firmenkonzepts sein. Um Mitarbeiter langfristig zu halten, müssen Unternehmen sich möglicher Veränderungen im Leben ihrer Angestellten bewusst sein und entsprechend flexible Arbeitszeitmodelle aufweisen (z.B. die Möglichkeit des Homeoffice). Auch der Wunsch einer Familienplanung und entsprechend benötigter finanzieller Mittel oder Auszeiten spielen hier eine Rolle.
Aber ob Kinder, die Pflege von Angehörigen, ein neues Jobangebot oder andere Lebensumstände, Mitarbeiter sollten dazu bewegt werden, ihren aktuellen Arbeitsplatz als erwünschten Teil ihrer Zukunft einzuplanen. Dies kann nur geschehen, wenn der Arbeitgeber auf die Bedürfnisse seiner Angestellten eingeht.

 

Kollegialität im Arbeitsumfeld

Ein weiterer Faktor im Verstärken der Arbeitsbindung kann die Kollegialität des Arbeitsumfeldes sein. Hier kann es auch in großen Konzernen ganz individuell auf einzelne Abteilungen ankommen. Während das Umfeld des einen perfekt ausbalanciert ist, fühlt sich ein anderer missverstanden oder fehl am Platz. Es ist wichtig, ein Auge auf die zwischenmenschlichen Aspekte zu halten, da ein positives Arbeitsumfeld die Produktivität und Zufriedenheit steigert. Mitarbeiter, die sich mit ihren Kollegen verstehen, kommen gerne an den Arbeitsplatz und können sich durch einen leichteren Austausch besser Beraten.
Das Fördern der zwischenmenschlichen Beziehungen im Betrieb durch außerdienstliche Aktivitäten oder entsprechende Aufenthaltsräume und Pausen kann Mitarbeiterbindung stärken. Hier spielt auch der Einfluss der jeweiligen Unternehmenskultur mit ein. Wie wird in Ihrem Unternehmen kommuniziert? Wie wird Zusammenarbeit gestärkt und gefördert? Wird nachhaltig und umsichtig mit Konflikten umgegangen? All diese Faktoren können den Unterschied zwischen einem angenehmen Arbeitsumfeld machen oder aber einer Atmosphäre, bei der auch ein besseres Gehalt nicht den Ausgleich bringen kann.

 

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • Work-Life-Balance: Arbeitslast sollte in der gegebenen Zeit zu bewerkstelligen sein und Ausgleiche ohne schlechtes Gewissen genommen werden
  • Wertschätzung: Mitarbeitern entsprechendes Lob zukommen lassen fördert die Moral
  • Mitbestimmung im Unternehmen: Mitarbeitern durch Mitspracherecht ein Gefühl der Selbstbestimmung vermitteln
  • Beziehung zu Vorgesetzten: Vertrauensvolle Angestellte sprechen Probleme schneller an
  • Karriereentwicklung: Durch Möglichkeit für persönliche Weiterbildung oder eine verdiente Beförderung ein Gefühl von Wachstum fördern
  • Zukunftsperspektive: Veränderungen im Leben der Angestellten bewusst machen und entsprechend flexible Arbeitszeitmodelle anbieten
  • Kollegialität bei der Arbeit: Durch das Fördern der zwischenmenschlichen Beziehungen ein positives und förderndes Team schaffen

 

Mitarbeiterbindung messen

Faktoren der Mitarbeiterbindung zu kennen ist jedoch eine Sache. Zu wissen, wie es um diese im eigenen Unternehmen gestellt ist und welche Defizite, in welchen Bereichen lauern, bietet für HR und Management noch eine ganz eigene Herausforderung. Um dabei zu helfen, hat teambay einen Engagement-Score entwickelt. Auf Basis der oben genannten Faktoren, zeigt dieser anhand der gesammelten Ergebnisse unserer jeweiligen Kunden, wie es um das allgemeine Employee Engagement im Unternehmen bestimmt ist. Im Anschluss helfen die detaillierten Analysen, Vergleichs- und Interaktionsfunktionen der Plattform dabei, spezifische Probleme in den einzelnen Bereichen ausfindig zu machen und gemeinsam mit den Mitarbeitern daran zu arbeiten.